Folge 4: «Verflixte neue Technik»

Zwei unbekannte Kletterer in einer 6a+-Route; das Alter der beiden und die geübten Kletterbewegungen liessen vermuten, dass es keine Kletteranfänger gewesen sind ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das zweite Bild (rechts) in der Dreierserie ist ein Ausschnitt des ersten (links) und zeigt eine Tube-Fixpunktsicherung für den Vorsteigenden - jedoch so eingehängt, um jemanden nachzunehmen. Der Sicherer bekundete denn auch grosse Mühe, das Seil immer wieder durch das verflixte Gerät durchzustossen ...
Immerhin, im Sturzfall hätte das Gerät blockiert.

Doch damit nicht genug:

Glücklich am neuen Stand auf etwa meiner Höhe angelangt, wurde danach der Kollege ebenfalls mit einem Tube (selbsterklärend in Bild 3 festgehalten) nachgenommen; was bei einem Sturz hier passiert wäre, wissen nur die Götter ...

Ins gleiche Kapitel gehört das letzte Bild aus dem Bergell: Eine Dreierseilschaft hat nach dem Klettern einer 6a-Route den gleichen Stand wie wir benutzt. Der Seilschaftsführer hat sich bei mir nach dem Wetter erkundigt, denn er und seine beiden Kollegen wollten am nächsten Tag in die Cassin am Badile – danach hat er die beiden mit seinem ATC nachgenommen ...

Alle Aufnahmen sind nicht (!) gestellt, sondern wurden mit einem Tele aufgenommen.

Bemerkung zur Kontroverse Tubes↔HMS auf Mehrseillängen: Die beiden Akteure der ersten drei Bilder blicken trotz solcher Fehler auf zwei lange Kletterleben zurück. Deshalb sollte bei Sicherungsdiskussionen weniger mit Unfallstatistiken argumentiert werden, denn passieren tut - wie in diesem Fall - häufig trotzdem nichts; zudem existiert vermutlich eine hohe Dunkelziffer.
Das Problem deswegen zu ignorieren ist gleichermassen falsch: Würde ich zB auf Gletschern so argumentieren und mich auf meine persönliche Spaltensturzstatistik abstützen, dann könnte ich das Seil getrost zu Hause lassen, denn dieses hat einen solchen bis jetzt noch nie aktiv stoppen müssen!