Barryvoxkurs

 Der Einsatz des LawinenVerschüttetenSuchgeräts LVS


Zuerst eine Begriffsklärung: Barryvox ist der (geniale) Markenname des ersten Schweizer LVS und hat sich in unserem Land als Synonym für alle diese Geräte durchgesetzt. Andere Marken sind jedoch identisch gut. Aktuell jedoch:

Ich biete für 2020 keine LVS-Kurse an.

Mit dem Wechsel zu den digitalen Geräten ist ein wichtiger Schritt zur Vereinfachung der Verschüttetensuche auf dem Lawinenfeld Tatsache geworden. Die alten «Barrys» – mit denen man sich eingehend auseinandersetzen und üben musste – hatten ausgedient. Die neue Suche über das Display war selbsterklärend, einfacher, schneller und intuitiver!
Gewisse Probleme aber (zB nahe Mehrfachverschüttungen) blieben bestehen und neue (!) sind leider dazugekommen (zB der Einfluss anderer Elektronik mit Batterien). Diese wurden bis heute nicht zufriedenstellend gelöst. Jeder Hersteller hat auf eigene Art versucht, sie in den Griff zu kriegen und – die freie Marktwirtschaft lässt grüssen – dies als das Beste und Vorteilhafteste angepriesen.
Gleichzeitig wurden Features eingebaut, die die gelegentlichen User mehr verwirren denn ihnen nützen und der Bildschirm ist mit Symbolen (die zT sogar die Farbe wechseln können) bestückt, deren Bedeutung auf Anhieb nicht ersichtlich ist. Eine Vereinheitlichung der Darstellung, damit man sich geräteübergreifend auf allen Geräten sofort zurecht finden, wurde verpasst.
Auch auf den Gerätelinien selbst wurden Marketingüberlegungen höher gewichtet als Einfachheit. So wird neben dem M-Budget-Modell auch ein Rolls-Royce-Modell angepriesen und jährlich muss ein neues Design her. Und weil, wie eingangs erwähnt, gewisse Probleme noch immer nicht zufriedenstellend gelöst sind, kommen in rascher Folge Software-Updates dazu.

Ich bin der Meinung, dass man sich vom ursprünglich erreichten Ziel «einfacher, schneller und intuitiver» klar wieder entfernt hat. Und das im Umfeld eines Lawinenunglücks, wo Stress, Hektik und Nervosität alles überdecken und nur einfachste Abläufe Bestand und Erfolg haben!

Wenn jemand mit einem LVS-Problem zu mir gekommen ist, dann war ich es gewohnt, rasch, kompetent und umfassend Auskunft geben zu können. Neuerdings muss ich bei Spezialfragen* – das hat auch eine kürzliche Fachfortbildung für Bergführer gezeigt – zuerst das Modell, das Kaufdatum und den letzten Update erfragen und mich danach ins Manual vertiefen. Und das ist nicht meine Art, praktische Ausbildung zu betreiben.

 *) nicht allgemeine wie «Signalsuche - Grobsuche - Feinsuche», das ist unverändert geblieben